Über uns


Nagykörű ist ein kleines Dorf, wo die Kirsche auf 200 Hektar blüht. Hier befindet sich einer der ältesten ungarischen Pálinka-Brennereien. Laut dem Archiv hat man bereits im Jahre 1810 nach dem gebranntem Pálinka (nach jedem Brennkessel) Steuer bezahlt.

Zum ersten Mal bin ich 1983 in die Brennerei gelangt, als Angestellter des damaligen ÁFÉSZ (Allgemeine Konsum- und Verkaufsgenossenschaft), und 1990 habe ich die Brennerei gekauft. Damals haben wir jährlich noch 30-35.000 hl Pálinka im Brennauftrag gebrannt. Heutzutage brennen wir leider nur noch 8-10.000 hl. Mit einer Erfahrung und Praktikum von mehr als 20 Jahren erwarten wir weiterhin unsere Auftraggeber und Gäste.

2008 habe ich das Erlaubnis zum kommerziellen Pálinka-Brennen erhalten, im November diesen Jahres wurden die Pálinkas in 9 verschiedenen Geschmäcken in Verkehr gebracht.

kiallitas1Art der Pálinka-Herstellung:

    1. Verarbeitung (Zerkleinerung, Entsteinen) reifer Obstsorten von ausgezeichneter Qualität
    2. gesteuerte Vergärung
    3. Sachverstand des Brennmeisters, Auswahl des optimalen Mittellaufs
    4. Ruhe, Reife und Abfüllung

Um einen geschmacksvollen Pálinka herstellen zu können, müssen all diese Bedingungen zur gleichen Zeit vorhanden sein, das macht den Pálinka zum Hungarikum!

Moderater Konsum bietet Erlebnis!



In der Umgebung von Ofen wurden solche spezielle Branntweinflaschen (Schnapsflaschen) gefunden, die bereits aus dem 13. Jahrhundert stammen, zu dieser Zeit wurde also schon Weinbrand aus Italien in Richtung Ungarn transportiert. (Glas wurde damals nur in Italien hergestellt.) Im 14. Jahrhundert hatten mindestens die königlichen Ärzten dieses neue Heilgetränk schon kennen müssen.

palinka1908Das erste schriftliche Werk erwähnt das Jahr 1332

Im Jahre 1656 hat der in Frankfurt arbeitende Joannes Praevotius sein Buch mit dem Titel Opera medica veröffentlicht, in dem er auch über das Wasser der ungarischen Königin schreibt. Dieses Wasser war eigentlich ein mit Rosmarin aromatisierter Weinbrand. Es war praktisch ein Medikament und wurde nicht als Getränk verwendet (siehe das heutige Schwedenbitter). Laut Praevotius versuchte Königin Elisabeth, mit dem Rosmarin-Weinbrand ihr Gicht zu heilen. Daneben wissen wir auch, dass unser König Karl Robert auch an Gicht gelitten hat, weshalb er 1332 von einer Reise nach Italien zurückkehren musste. Gicht lässt sich nicht schnell und einfach heilen, Karl Robert hat sich trotzdem erholt, nach 1332 wurde diese Krankheit nicht mehr im Zusammenhang mit dem König erwähnt. Dieses Getränk hat man Aqua vitae reginae Hungariae - Lebenswasser der ungarischen Königin genannt. Das Getränk gelang durch italienische Kaufleute in die königlichen Städte und in den königlichen Hof. Der Ausdruck Branntwein wurde sehr lange im Allgemeinwissen aufbewahrt, bis heute wird es immer noch benutzt. Bereits zur Zeit von König Matthias wurde zwischen aus Obst und aus Korn hergestellten Weinbrands unterschieden. Die letzteren wurden als crematum, crematura genannt. Ab dem 16. Jahrhundert benutzt man das aus der slowakischen Sprache übernommene Wort pálinka zur Bezeichnung der Weinbrands aus Korn. Andere Versionen des Wortes sind gorolyka, gorelyka, gurulyka, goselka, rabasunka, brabasunka. Die Version babinka kommt 1572 in Debrecen vor. Den slowakischen Ursprung unterstützt auch die Bezeichnung tótpálinka (tót ist eine Bezeichnung der Slowaken in Ungarn)

palinkaregiIm Karpaten-Becken verbreitete sich die Technologie des Pálinka-Brennens vom Norden in Richtung Süden. Das slawische Wort weist auch darauf hin, dass die Urheimat des Pálinka irgendwo im nördlichen Karpaten-Becken sein konnte. Bis zum 16. Jahrhundert hat man die Spirituosen für Medikament gehalten. Das Wort pálinka verbreitete sich ab dem 17. Jahrhundert in der ungarischen Sprache, aber es wurde damals für Kornbranntwein benutzt.

Die Produktion der ab 1799 entstandenen Kleinbetrieben, Alkohol-, Schnaps- und Likörfabriken führte zur zentralen Regulierung des Pálinka-Brennens. 1836 wurde das Privileg der Grundherren gesetzlich anerkannt und die Pálinka-Steuer wurde eingeführt. Ab 1850 wurde das Alkohol zum staatlichen Monopol. 1851 befand sich 105.129 Brennereien auf dem Gebiet des damaligen Ungarns. In den 1920er Jahren hat der Staat die Herstellung von Alkohol deutlich eingeschränkt. Im Jahre 1920 funktionierten 260 Brennereien in Ungarn, auf 1970 erhöhte sich dieses Zahl auf 1070, 1982 fiel es auf 815 zurück.

Inzwischen wurden verschiedene Verordnungen verabschiedet, wie z. B. das Alkoholverbot zur Zeit der Räterepublik oder das sogenannte Hälfte-Brennen zwischen 1952-1970 (die Hälfte der Ernte gehört dem Landwirt, die andere Hälfte dem Staat). Schutzpatron des Pálinka-Brennens war Heiliger Nikolaus.